0201 - 723-1868

Schwerpunkt Niere

Bereichsbeschreibung

Die Ärzte am Essener Zentrum für Nierentransplantation greifen auf ein langjährigen Erfahrungs- und Wissensschatz zurück. Davon profitieren die uns anvertrauten Patienten. Die erste Nierentransplantation in Essen erfolgte bereits 1972.

Indikation

Die Nierentransplantation ist heute ein etabliertes Nierenersatzverfahren, was dem Patienten in der Regel eine gute Lebensqualität ermöglicht. Indikation zur Nierentransplantation ist das nicht rückbildungsfähige, terminale Nierenversagen, das zur Erhaltung des Lebens eine Dialysebehandlung erforderlich machen wird. Zum Nierenversagen können viele unterschiedliche Erkrankungen führen.

Operationsverfahren

Die Spenderniere wird mit einem Schnitt im Unterbauch in das Becken transplantiert. Die Eigennieren werden dabei in aller Regel nicht entfernt. Der Vorteil der Transplantation ins Becken ist die gute Zugänglichkeit der Blutgefäße und der Harnblase, an die die Transplantationsniere angeschlossen wird. Durch die Beckenknochen besteht ein gewisser Schutz für die neue Niere und das Transplantat ist so in der Nachsorge leichter zu untersuchen.

Immunsuppression

Nach der Transplantation ist eine Unterdrückung des Immunsystems notwendig, damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird. Diese Immunsuppression richtet sich aber nicht nur gegen das fremde Organ, sondern setzt die Abwehrkräfte des Körpers gegen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze insgesamt herab. Die regelmäßige Immunsuppression muss Abstossungsreaktionen verhindern unter Berücksichtigung des Risikos der damit verbundenen erhöhten Infektanfälligkeit. Deswegen wird die Kombination und Dosierung der Immunsuppression durch das Transplantationsteam regelmäßig überprüft und angepasst.

Der langfristige Einsatz der immunsuppressiven Medikamente kann die Wahrscheinlichkeit an einem Tumor zu erkranken leicht erhöhen. Ebenso können sie zu Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Bluthochdruck (Hypertonie) beitragen, was bei der Auswahl der Immunsuppression berücksichtig wird.

Komplikationen

Trotz der Immunsuppression können jederzeit Abstoßungsreaktionen nach einer Nierentransplantation auftreten. Wichtig ist in diesem Fall die Früherkennung! Abstoßungsreaktionen beginnen meistens unbemerkt. Deshalb sind regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen notwendig, um frühzeitig erste Hinweise für eine Abstoßungsreaktion zu erhalten. In der Regel ist dann die Entnahme eine Gewebeprobe des Transplantats notwendig, um eine passende Behandlung auszuwählen. Ziel ist es, die Transplantatfunktion möglichst lange zu erhalten.

Notfall nach Nierentransplantation

Warnsignale für eine Notfallsituation nach Nierentransplantation sind:

  • Fieber oder erhöhte Körpertemperatur
  • Rückgang der Urinausscheidung
  • Flüssigkeitseinlagerungen im Körper (Ödeme) und
  • Schmerzen im Bereich der transplantierten Niere
  • Erhöhung des Kreatinins im Blut

Die Patienten sollten dann sofort das Transplantationszentrum kontaktieren.

Indikation

Die Voraussetzung für eine kombinierte Nieren- und Pankreastransplantation ist der Nachweis eines Diabetes mellitus Typ I in Kombination mit fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankung, das zur Erhaltung des Lebens eine Dialysebehandlung erforderlich machen wird.

Operationsverfahren

Beide Spenderorgane werden an die Beinarterie im Becken transplantiert. Der Vorteil der Transplantation ins Becken ist die gute Zugänglichkeit zu den Blutgefäßen, zur Harnblase und zum Dünndarm, an den das Pankreas angeschlossen werden muss. Zudem sind die Transplantate so auch leichter zu untersuchen. (Abtasten, Sonographie und eventuell Punktion zur Entnahme von Gewebeproben bei Abstoßungsreaktionen)

Die Eigenorgane werden dabei in aller Regel nicht entfernt.

Immunsuppression

Nach der Transplantation ist eine Unterdrückung des Immunsystems notwendig, damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird. Diese Immunsuppression richtet sich aber nicht nur gegen das fremde Organ, sondern setzt die Abwehrkräfte des Körpers gegen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze insgesamt herab. Die regelmäßige Immunsuppression muss Abstossungsreaktionen verhindern unter Berücksichtigung des Risikos der damit verbundenen erhöhten Infektanfälligkeit.  Deswegen wird die Kombination und Dosierung der Immunsuppression durch das Transplantationsteam regelmäßig überprüft und angepasst.

Der langfristige Einsatz der immunsuppressiven Medikamente kann die Wahrscheinlichkeit an einem Tumor zu erkranken leicht erhöhen. Ebenso können sie zu Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Bluthochdruck (Hypertonie) beitragen, was bei der Auswahl der Immunsuppression berücksichtig wird.

Komplikationen

Die Komplikationsrate der Operation ist bei einer kombinierten Pankreas-Nierentransplantation deutlich höher, als bei einer isolierten Nierentransplantation. Im Langzeitverlauf sind die auftretenden Komplikationen mit denen einer isolierten Nierentransplantation vergleichbar.

Notfall nach Nieren-Pankreastransplantation

Warnsignale für eine Notfallsituation nach Nierentransplantation sind:

  • Fieber oder erhöhte Körpertemperatur
  • Rückgang der Urinausscheidung
  • Flüssigkeitseinlagerungen im Körper (Ödeme) und
  • Schmerzen im Bereich der transplantierten Niere
  • Erhöhung des Kreatinins im Blut
  • Neu aufgetretene Erhöhung des Blutzuckerspiegels

Die Patienten sollten dann sofort das Transplantationszentrum kontaktieren.

Rechtliche Voraussetzungen

Nach dem Transplantationsgesetz muss der Spender, der sich einem, wenn auch geringen gesundheitlichen Risiko aussetzt, zum eigenen Schutz, folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • volljährig und einwilligungsfähig
  • nach ärztlicher Beurteilung (auf Basis medizinischer Untersuchungen) als Spender geeignet sein, d. h. in einem guten Gesundheitszustand, so dass der Eingriff für ihn kein überdurchschnittlich großes Risiko darstellt
  • mit dem Empfänger verwandt sein oder ihm in besonderer persönlicher Verbundenheit nahestehen (Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Verlobte oder enge Freunde)
  • freiwillig in die Entnahme einwilligen
  • sich zur regelmäßigen lebenslangen Teilnahme an einer ärztlichen Nachbetreuung bereit erklären

Vorbereitung

Die Voruntersuchungen des Spenders umfassen Blut- und Urinuntersuchungen, sowie technische Untersuchungen zur Funktion der Nieren, aber auch weiterer Organe wie des Herzens, der Lunge und der Leber. Diese Untersuchungen werden zum größten Teil ambulant in unserem Universitätsklinikum durchgeführt.

Operationsverfahren

Folgende Operationstechniken können angewandt werden:

  1. 1. Laparoskopische Nierenentnahme beim Spender/in
  2. Die Niere wird für die Nierenlebendspende in minimal invasiver Operationstechnik, d.h. laparoskopisch in sog. „Schlüssellochtechnik“ entnommen. Durch diese hochspezialisierte Operationstechnik erreichen wir neben einer ästhetischen Narbe geringere Risiken für Blutungen, Infektionen und Narbenhernien.
  3. 2. Offen-chirurgische Operation
  4. Dieses Verfahren wird nur angewendet, wenn eine laparoskopische Nierenentnahme nicht möglich ist.

Transplantation gegen die Blutgruppe ( „ABO-inkompatibel“)

Eine Lebendnierenspende bei Blutgruppenunverträglichkeit („AB0-Inkompatibilität”) ist prinzipiell möglich und wird in unserem Zentrum seit 15 Jahren erfolgreich durchgeführt. 20 % der am Zentrum durchgeführten Transplantationen im Bereich der Lebendnierenspende werden so trotz Blutgruppenunverträglichkeit nach entsprechender Vorbereitung des Empfängers ermöglicht.

Dazu werden die Blutgruppen-Antikörper beim Empfänger aus dem Blut mit einer speziellen Form der Blutwäsche, nämlich durch eine Plasmaseparation oder Immunadsorption entfernt. Zusätzlich wird die Immunsuppression für die erste Phase der Transplantation die Gabe eines bestimmten Medikamentes, das die Neubildung der Blutgruppen-Antikörper unterdrückt, ergänzt. Ohne diese Vorbehandlung würden die Blutgruppen-Antikörper des Empfängers die transplantierte Niere angreifen. Das Risiko für eine Abstoßungsreaktion wäre dann sehr hoch.

Operation und Nachsorge beim Spender und Empfänger unterscheiden sich nicht von der Lebendnierenspende mit passender Blutgruppe.

Komplikationen

Obwohl die Nierenentnahme für Lebendnierenspenden inzwischen ein Routineverfahren darstellt, können dennoch Komplikationen auftreten. Geringgradige Komplikationen werden zwar häufig beobachtet, sind in der Regel jedoch folgenlos. Die Sterblichkeit nach der Nierenentnahme ist extrem gering, wenngleich es auch einige wenige Berichte über Todesfälle gibt.

Nierentransplantationsambulanz

Prof. Dr. med. U. Eisenberger
P. Plaar
Tel. 723-3390
Fax 723-3393

Nierenlebendspende

Prof. Dr. med. U. Eisenberger
Dr. med. Christiane Jürgens
K. Hülse
Tel. 723-3955
Fax 723-5318

Nierentransplantationszentrum – Warteliste

Prof. Dr. med. U. Eisenberger
Priv.-Doz. Dr. med. A. Gäckler
S. Hempel
Tel. 723-3952 oder 3953
Fax 723-3954

Nierentransplantationsbeauftragter

Dr. med. M. Jahn
Tel. 723-1868
Fax 723-1869

Dialyse

Bereichsbeschreibung

Der Dialysebereich der Klinik für Nephrologie bietet alle gängigen und modernen Nierenersatz- und Extrakorporalverfahren wie z.B. Hämodialyse, Peritonealdialyse, Hämofiltration, Plasmapherese oder Immunabsorption im stationären, teilstationären und ambulanten Setting an.

Hämodialyse und spezielle extrakorporale Therapieverfahren

Dr. med. M. Jahn
Dr. med. S. Sotiriou
I. Wiegard-Szramek
Tel. 723-6581
Fax 723-5500

Peritonealdialyse & CAPD

Dr. med. A. Pape
I. Wiegard-Szramek
Tel. 723-6583
Fax 723-5632

Ambulanzen

ambulanzen

Beschreibung

Über unsere nephrologischen Ambulanzen und Spezialsprechstunden, u.a. zu Autoimmun- und onkologisch-nephrologischen Erkrankungen, werden Patienten mit allen Formen der Nieren- und Systemerkrankungen behandelt.

Nieren- und Hochdruckambulanz

Priv.-Doz. Dr. med. A. Gäckler
B. Heinz
Tel. 723-6376
Fax 723-6968

Nierentransplantationsambulanz

Prof. Dr. med. U. Eisenberger
P. Plaar
Tel. 723-3390
Fax 723-3393

Ambulanz für Autoimmunerkrankungen

Prof. Dr. med. B. Wilde
H. Pfeng
Tel. 723-6376
Fax 723-6968

Onko-Nephrologische Ambulanz

Priv.-Doz. Dr. med. C. Schulte
B. Heinz
Tel. 723-6376
Fax 723-6968

Nierentransplantationszentrale – Warteliste

Prof. Dr. med. U. Eisenberger
Priv.-Doz. Dr. med. A. Gäckler
S. Hempel
Tel. 723-3952 od. 3953
Fax 723-3954

Nierenlebendspende

Prof. Dr. med. U. Eisenberger
Dr. med. C. Jürgens
K. Hülse
Tel. 723-3955
Fax 723-5318

Stationen

Bereichsbeschreibung

Auf der nephrologischen Bettenstation Nephro1 behandelt unser interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegepersonen und Therapeuten Patienten mit Erkrankungen aus dem Gebiet der Nephrologie und Inneren Medizin, einschließlich Patienten vor oder nach einer Nierentransplantation

NEPHRO 1 – Normalstation


Dr. med. P. Ickerott
M. Schäfer
Tel. 723-6320

Forschung und Lehre

nephrologisches_labor

Beschreibung

Als Teil der Universitätsmedizin Essen folgt die Klinik für Nephrologie dem universitären Auftrag: wir bilden Ärztinnen und Ärzte im Bereich der Inneren Medizin, Nephrologie und Transplantationsmedizin weiter und führen Forschung nephrologischer Erkrankungen durch.

Studienbüro

Prof. Dr. med. Benjamin Wilde
R. Kirchmeyer
Tel. 723-6022
Fax 723-6802

Nephrologisches Labor

B. Nilewski-Kühl
Tel. 723-4549
Fax 723-5963

Lehre, Fort- und Weiterbildung

Priv.-Doz. Dr. med. Walter Reinhardt
Tel. 723-1868
Fax 723-1869